CeGaT GmbH, Tübingen

„Wir wissen, für wen wir das machen.“

Manchmal sagen alle „Das funktioniert nicht!“, und dann geht einer hin, beweist das Gegenteil und macht daraus ein Unternehmen. So geschehen bei Saskia Biskup, die 2008 noch am Universitätsklinikum Tübingen in der Ausbildung zur Fachärztin arbeitete. Man wusste bereits, dass viele Erkrankungen durch Veränderungen des Erbguts verursacht werden, und ließ bei Verdacht einzelne Gene von Patienten untersuchen. Das war nicht selten ein Schuss ins Blaue – die Trefferquote war niedrig. „Doch für eine umfassende Erbgutanalyse fehlte die Technologie“, erläutert Saskia Biskup die Situation damals. Jedes Gen konnte nur einzeln unter die Lupe genommen werden, die Kosten einer umfassenden Untersuchung wären immens hoch gewesen und diese hätte darüber hinaus viele Monate gedauert. Als weltweit eine der Ersten erkannte sie die Chance, mit neuen Entwicklungen in der Sequenziertechnologie und der IT Erbgutanalysen allen Patienten zugänglich zu machen.

Kritikern zum Trotz

In ihrem beruflichen Umfeld glaubte kaum jemand daran, man riet ihr sogar aktiv davon ab. Saskia Biskup war anderer Meinung und gründete im Jahr 2009 gemeinsam mit ihrem Mann Dirk die CeGaT GmbH im Technologiepark Tübingen-Reutlingen. Im Auftrag von Ärzten und Klinikeinrichtungen analysieren die Genspezialisten seitdem mit einer sogenannten Hochdurchsatz-Sequenzierung das menschliche Erbgut. Sie identifizieren auf diesem Weg die genetischen Ursachen einer Erkrankung und öffnen so passgenaue Wege der Behandlung.

Mühsame Mitarbeitersuche

Bis es so weit war, hatten die beiden Firmengründer jedoch eine lange Durststrecke zu überwinden. Die Geräte des Unternehmens litten anfangs an vielen Kinderkrankheiten. Die Software zur Auswertung der Daten musste selbst geschrieben werden; Projekte gab es praktisch keine und auch Mitarbeiter zu finden, erwies sich als sehr schwierig, da das Unternehmen noch völlig unbekannt war. Zu Beginn akquirierten die Gründer vor allem über persönliche Kontakte. So lernte Saskia Biskup den heutigen Leiter des Bereichs Bio-Informatik und IT schon kennen, als dieser noch Informatikstudent an der Universität war. Noch vor seinem Abschluss brachte er die CeGaT-Software wesentlich voran. Und auch die Unternehmensführung an sich war Neuland für die zwei Gründer. Saskia Biskup resümiert: „Unternehmer zu sein ist Learning by Doing“. Und: „Man macht jede Menge Fehler und lernt in kurzer Zeit unglaublich viel.“

Hilfe für 10.000 Patienten jährlich

Die Biskups haben ihren Glauben an die Sache nie aufgegeben. Zu Recht, wie sich herausstellte: Heute untersuchen mehr als 120 hochqualifizierte Mitarbeiter das Erbgut von jährlich über 10.000 Patienten auf krankheitsverursachende Veränderungen. Saskia Biskup: „In der ersten Zeit waren wir 15 ‚Daniel Düsentriebe‘ in einem Raum – jeder lief mit viel Energie los.“ Auf Dauer ging es darum, Abläufe zu koordinieren und zu professionalisieren. Es wurden Teamleiterstrukturen und eine Managementebene eingeführt. „Was uns alle eint, ist, dass wir wissen, für wen wir das machen“, fasst sie den Geist in ihrem Unternehmen zusammen. Jeden Tag sieht Saskia Biskup Patienten, denen die Arbeit von CeGaT hilft. Sie hofft darauf, dass die Krankenkassen die Kosten in naher Zukunft übernehmen werden – schließlich ist die Hochdurchsatz-Sequenzierung mittlerweile seit über fünf Jahren erfolgreich im Einsatz: „Jeder Mensch ist unterschiedlich und benötigt eine individuelle, genau auf seine Gene zugeschnittene Behandlung.“

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Kontaktadresse

CeGaT GmbH
Paul-Ehrlich-Straße 23
72076 Tübingen

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