MUKKI GmbH, Ulm

„Wir kombinieren Pflege mit Empathie und der richtigen Distanz.“

MUKKI steht nicht für starke Muskeln, sondern für „Mobile Ulmer Kinder Kranken- und Intensivpflege“. Aber was die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des 2009 in Ulm gegründeten Unternehmens leisten, hat durchaus eine Menge mit Stärke zu tun. Sie gehen in die Familien und kümmern sich um Kinder, die intensiv gepflegt und individuell betreut werden müssen. So werden Eltern von Kindern und jungen Erwachsenen, die zum Beispiel vollständig von Geräten abhängig sind, immens entlastet und die Kinder können in ihrer gewohnten Umgebung leben.

Annegret Holzwarth (58), Barbara Rittmeyer (55) und Heribert Karrer (56) fassten 2009 den Entschluss, ihr Know-how aus unterschiedlichen pflegerischen Bereichen zusammenzulegen und sich mit der MUKKI GmbH gemeinsam auf den Weg der Unternehmensgründung zu begeben. Eigene Wertvorstellungen im Bereich der Intensivpflege im Einklang mit der Wirtschaftlichkeit des neuen Unternehmens – das war ihr Ziel. So war von Anfang an klar, dass das erwirtschaftete Kapital wieder in das Unternehmen fließen soll. Wichtig war und ist ihnen auch ein wertschätzender Umgang mit Mitarbeitern und Kunden – der Mensch als „Schatz im Unternehmen“.

Individuelle Beschäftigungsmodelle

„Diesen Ansatz leben wir auch bei unseren Mitarbeitern“, erläutert Karrer. Individuelle Beschäftigungsmodelle dienen bei MUKKI der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Der Dank: Die Mitarbeiter sind mit Begeisterung bei der Sache. „Ein Indiz dafür“, so Rittmeyer, „ist unsere geringe Fluktuation.“ Im Bereich der Ausbildung arbeitet MUKKI eng mit den Akademien für Gesundheits- und Kinderkrankenpflege der Kliniken in Ulm und Ravensburg zusammen. „Wir möchten den Auszubildenden die Gelegenheit bieten, einen detaillierten Einblick in die ambulante Intensivpflege und ein Gespür für die familiäre Situation zu bekommen“, erläutert Karrer. Auszubildende bekommen bei Praxiseinsätzen individuelle Anleitung durch eine erfahrene, examinierte Pflegekraft.

Holzwarth beschreibt die Kern-Attribute der Kinderintensivpflege so: „Wichtig ist die Kombination von pflegerisch-medizinischem Wissen und Können mit der notwendigen Empathie und richtigen Distanz im familiären Spannungsfeld.“ Daher der Leitspruch „professionell – engagiert – herzlich“.

Mehr Aufmerksamkeit für Kinderkrankenpflege

MUKKI mit seinen Standorten in Ulm und Weingarten hat sich zum größten Anbieter von Intensivpflegeleistungen im Kinder- und Kleinkindsektor in der Region Ulm-Oberschwaben entwickelt. Karrer erinnert sich: „Jeder von uns hat gesehen, dass der Bedarf da ist, es aber an kompetenten Angeboten fehlt.“ Für die Zukunft wünscht sich der Geschäftsführer, dass die Kinderkrankenpflege mehr Präsenz und Aufmerksamkeit in der Gesellschaft bekommt. Bei Pflege denke man primär an Altenpflege, die mit der Kinderkrankenpflege kaum vergleichbar ist. „Kinder und ihre Familien haben andere Bedürfnisse als Senioren und ihre Angehörigen.“ 

Großer Bedarf erfordert neue Lösungen

Die drei Gründer sind sich einig, dass sie immer wieder nach Lösungen suchen müssen, um den großen Bedarf mit den zur Verfügung stehenden Pflegekräften abzudecken. Ein möglicher Ansatz: mehrere Kinder zeitweise räumlich zusammenzuführen, um mit weniger Pflegekräften die Betreuungen sicher und liebevoll zu gestalten. Für die „erwachsen“ werdenden Kinder können sich die Gesellschafter vorstellen, dass sie in einer Wohngemeinschaft – ohne klassischen Heimcharakter – selbstbestimmt leben. Dort können junge, von Geräten abhängige Menschen, die zum Beispiel beatmet werden, unter fachlicher Betreuung miteinander wohnen. MUKKI sucht dazu eine Immobilie, besser ein Baugrundstück.

Auf die Frage, wo die Gründer MUKKI in zehn Jahren sehen, lacht Rittmeyer. Für sie, sagt sie über sich selbst, ist Pflege eine Leidenschaft: „In zehn Jahren sehe ich mindestens eine funktionierende Intensivpflege-Wohngemeinschaft, gerne mehr!“

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