Rosenrot Manufaktur für Naturkosmetik Karin Ziesmer, Heilbronn

„Ein gutes Produkt reicht nicht aus.“

Wenn Karin Ziesmer auf ihren Werdegang als Unternehmerin zurückblickt, schlägt sie einen weiten Bogen: „Als gebürtige Hanseatin komme ich aus dem Land der Händler, hier in Baden-Württemberg wurde ich zur Tüftlerin“, schwärmt sie und lobt den Südwesten mit seinem Gründerklima: „Hier ist ein toller Spirit!“ Inspiriert von ihren naturkosmetischen Ausbildungen hat sie angefangen, zunächst im Keller ihres Hauses in Heilbronn nachhaltige Kosmetikprodukte in Bioqualität zu entwickeln. Ihr Ziel war es, nachhaltige Pflegeprodukte für Männer wie Frauen herzustellen und dabei zugleich Kunststoffverpackungen zu vermeiden. Schließlich entstand das als eigene Marke eingetragene „ShampooBit“.

Naturkosmetik trifft auf Umweltschutz

Dabei handelt es sich um ein Shampoo in fester Form, das ohne Verpackung auskommt. „Jedes Stück spart bis zu drei Plastikflaschen herkömmlichen Shampoos ein“, erläutert Karin Ziesmer. Die Nachfrage nach den mittlerweile 14 Sorten ist so groß, freut sich die Unternehmerin, dass sie und ihr Team mit der Produktion kaum hinterherkommen. Inzwischen stellen die heute elf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der 2013 gegründeten Rosenrot Manufaktur für Naturkosmetik täglich 2.000 bis 3.000 Stück in Handarbeit her. Ergänzt wird das ShampooBit durch einen Conditioner, ebenfalls in fester Form. Doch das ist nur ein kleiner Ausschnitt aus dem Angebot der Rosenrot Manufaktur, das heute über 80 Naturkosmetikprodukte umfasst.

Ziesmer hat im Laufe der Zeit immer wieder die Herstellprozesse und Arbeitsabläufe angepasst. Das war zwar nicht immer leicht, aber notwendig, um den stark wachsenden Markt bedienen zu können. „Einige Produkte am Tag herstellen ist etwas ganz anderes als mehrere tausend Stück“, erinnert sie sich. „Wichtig war zu lernen, mit Leistungsdruck umzugehen, da hat mir mein Coach sehr geholfen.“

Mut und Biss gehören dazu

Die Entwicklung und der daraus resultierende Erfolg waren aber keine Selbstläufer. „Ein gutes Produkt zu entwickeln, reicht bei weitem nicht aus“, fasst sie ihre Erfahrungen zusammen. „Man muss seine Zahlen im Blick haben: Eine gute Kalkulation ist unumgänglich und auch Mut und Biss gehören zu einer guten Unternehmerin.“ Auch persönlich hat sie an sich gearbeitet: „Ich bin eigentlich ein totaler Kontrollfreak, aber im Laufe der Zeit habe ich gelernt, Verantwortung abzugeben.“ Sich selbst bezeichnet Ziesmer als Läuferin: Beharrlich und fokussiert auf ein Ziel hinzuarbeiten, ist für sie eine Voraussetzung für alle, die erfolgreich ein Unternehmen gründen und führen möchten. Dranbleiben müsse man, sagt sie, sich nicht von seiner Idee abbringen und sich von Rückschlägen nicht unterkriegen lassen.

Wichtig sei auch die Unterstützung des privaten Umfelds: „Mein Mann und meine Kinder haben immer an mich geglaubt und mich unterstützt, wo sie konnten. Das hat mir Sicherheit gegeben und mich in meinem Tun bestärkt.“ Was sie aber auch immer wieder betont: „Last, but not least sind es auch die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die einen großen Teil des Erfolges meines Unternehmens ausmachen!“

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