GEBHARDT Intralogistics Group GmbH & Co. KG, Sinsheim

Wir sind ein Familienunternehmen!“

Manche brauchen länger, bis sie sich entschließen, die Firma ihrer Eltern zu übernehmen. Oft orientieren sie sich vor einem Eintritt erst bei anderen Unternehmen, manchmal sogar in anderen Berufen. „Das hätte für mich keinen Sinn gemacht“, ist Marco Gebhardt im Rückblick überzeugt. Für ihn war bereits mit dem Abitur klar, dass er die von seinem Großvater gegründete GEBHARDT Intralogistics Group in Sinsheim in der dritten Generation leiten wollte. Das Unternehmen bietet Lösungen für innerbetriebliche logistische Prozesse, wie zum Beispiel den Materialfluss und dessen Optimierung.

Was ihn an der Übernahme gereizt hat? „Ich wollte das Maschinenbauunternehmen zu einem Technologieanbieter für die moderne Intralogistik ausbauen“, so Gebhardts Vision. Nach seinem Abschluss als Wirtschaftsingenieur an der Technischen Universität Kaiserslautern und der University of California at Berkeley trat er 2009 in die Firma und 2011 in die Geschäftsführung ein und begann seinen Plan umzusetzen.

Gebhardt erkannte, dass umfassende Lösungen, die sowohl spezifischen Anforderungen genügen als auch in verschiedenen Branchen einsetzbar sind, entscheidende Wettbewerbsvorteile bedeuten. Zugleich ging es ihm darum, die Möglichkeiten der neuen Technologien auszuschöpfen. So sind die Fernwartung über das Internet und der Einsatz von Datenbrillen ebenso Standard wie der Einsatz von 3-D-Modellen und die Verwertung von Echtzeitdaten. Ein weiteres Thema, das sich Gebhardt auf die Agenda gesetzt hat, ist die Internationalisierung mit sieben Standorten in Europa und in den USA. Der Erfolg des Veränderungsprozesses: „Aus einer Hand entwickeln und bauen wir heute die Maschinen und Steuerungssysteme bis hin zur passenden Software.“

Die Entwicklung vom klassischen Maschinenbauer zum Technologieanbieter erforderte zahlreiche Schritte. „Diese Innovationen brauchten viele Hände.“ Unverzichtbar, betont Gebhardt, war und ist sein Vater, der nach wie vor mit seiner Erfahrung einen wichtigen Beitrag leistet. Gebhardt sieht die Erfolge der letzten Jahre deshalb als Teamwork, an denen er selbst, sein Vater und die gesamte Belegschaft beteiligt waren. „Wir sind ein Familienunternehmen“, so Gebhardt. „Und zur erweiterten Familie zählen auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“ Zu diesem Verständnis von Familienunternehmen gehört für ihn auch die intensive Nachwuchsförderung. Bei knapp 600 Beschäftigten finden 75 Jugendliche einen Ausbildungsplatz oder werden im Rahmen der Zusammenarbeit mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg für den Beruf fit gemacht. 40 Prozent der Belegschaft sind unter 30 Jahre alt und davon zu 90 Prozent aus der internen Ausbildung.

Sinsheim ist wegen der guten Anbindung, der Offenheit für technologische Neuerungen, vor allem aber auch wegen der Nähe zu renommierten Universitäten aus Gebhardts Sicht ein idealer Standort. „Wir haben bereits drei Start-ups mit Absolventen von Hochschulen der Region gegründet“, berichtet er stolz. Eines davon wurde mit Abgängern des KIT gegründet und bietet Lösungen für autonome Roboter zum innerbetrieblichen Material- und Warentransport, die in der Logistik eine immer größere Rolle spielen werden.

Als Chef ist für Marco Gebhardt eine strikte Trennung zwischen Arbeit und Privatleben nicht immer möglich. „Ich arbeite zwar selten zu Hause.“ Aber der Betrieb beherrscht manchmal auch im Privatleben die Gedanken. Und hin und wieder notiert er sich eine Idee, die ihm zu Hause spontan kommt. „Was ich besonders an meiner Arbeit schätze ist, dass sie eine gewisse Flexibilität bietet und ich zum Beispiel auch Zeit habe, meine Tochter zur Kita zu bringen oder dort abzuholen.“ Reift hier schon die vierte Generation heran? „Sie ist ein Weltraum- und Raketenfan“, schmunzelt er. „Das ist schon mal ein gutes Zeichen.“ 

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