mts Maschinenbau GmbH, Mengen

„Zahlen bilden nur einen Teil der Wirklichkeit ab“

„Es bleibt immer ein Abenteuer.“ Mit diesem einfachen Satz beschreibt Dr. Eckhard Laible seine Erfahrungen, die er mit der Übernahme der mts Maschinenbau GmbH in Mengen gemacht hat. Ein Wagnis, das heute von Erfolg gekrönt ist. „Aber als Selbstläufer kann man das nicht bezeichnen“, ergänzt er. Was dem passionierten Jäger und Naturliebhaber, der vor der Übernahme bei verschiedenen Firmen leitende Positionen innehatte, gerade recht war. „Als Manager vermeidet man eher Risiken“, so seine Erfahrung. „Als Unternehmer gehe ich gezielt kalkulierte Risiken ein.“ Gerade eine Übernahme will wohl durchdacht sein: „Das sind schon Summen, vor denen man Respekt hat. Aber ich bin grundsätzlich ein Optimist.“

Die mts Maschinenbau konstruiert und produziert Ladungsträgersysteme für Automatisierungen. Bereits beim ersten Kontakt hatte Laible registriert, dass das 1996 gegründete Unternehmen Potenzial besitzt. Dieses konnte Laible durch Investitionen in Marketing und Vertrieb, eine verbesserte Organisation, aber auch durch technische Innovationen heben. „Damit haben wir das Ladevolumen in manchen Bereichen um 50 Prozent erhöht.“

Wenn man bedenkt, dass Ferntransporte der Kunden oft viele Tage unterwegs sind, bis sie ihr Ziel erreicht haben, bedeutet die erhöhte Packungsdichte eine erhebliche Ersparnis für die Kundschaft von mts, die zu einem großen Teil aus dem Automobilsektor kommen. Durch einen Zweischichtbetrieb und umfangreiches Personalwachstum konnte der Unternehmer die Kapazitäten ausbauen und die Kundenbindung stärken.

Doch wie „macht“ man das – eine erfolgreiche Übernahme? Laible und seine Frau Ines Kunz, mit der er zusammen das Unternehmen heute leitet, hatten bei früheren Verhandlungen bereits wertvolle Erfahrung gesammelt. Da er sich selbst als „eher kennzahlenorientiert“ und „strategisch denkend“ bezeichnet, lag es nahe, dass er die Zahlen zunächst auf Herz und Nieren prüfte, bis sich der Businessplan zu einem „Ja, ich will“ rechnete. „Aber Zahlen bilden natürlich nur einen Teil der Wirklichkeit ab“, beschreibt der heute 52-Jährige den Prozess. Ihm war bewusst, dass man eine Firma erst dann in all ihren Facetten wirklich kennenlernt, wenn man sie leitet.

„Mit dem Bewusstsein, dass es immer ein Restrisiko gibt, haben wir es schließlich getan“, fasst er die Entscheidung zur Übernahme zusammen. Und vieles, das er zuvor bereits bedacht hatte, erwies sich als richtig. Zu Beginn entwickelte Laible gemeinsam mit den Führungskräften eine Veränderungsstrategie sowie Maßnahmen zur Umsetzung. „Im Nachhinein haben wir gesehen, dass wir 90 Prozent davon auch umsetzen konnten.“

Einiges fügte sich sogar noch besser als gedacht. Laible traf auf ein sehr qualifiziertes und motiviertes Team. Der Chef vertraut seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern: Ihm genügt die morgendliche Runde und die Lagebesprechung einmal in der Woche – ansonsten gibt er den Führungskräften große Gestaltungsspielräume und forciert ihre Verbesserungsideen und Maßnahmen. Mit dieser Vorgehensweise hat er gute Erfahrungen gemacht.

Viele Themen bespricht Laible auch auf dem Weg zur Arbeit im Auto mit seiner Frau Ines, die im Unternehmen die kaufmännischen Themen und den Personalbereich verantwortet. „Die Fahrtzeit beträgt 90 Minuten – das ist jede Menge Zeit, in der wir vieles klären können.“ Ansonsten gehen beide gerne mit ihrem Hund in die Natur der Schwäbischen Alb.

Gibt es etwas, das Laible heute bei einer Übernahme anders angehen würde? „Ich würde schon bei der Bewertung des Unternehmens, das übernommen werden soll, intensiver mit den dortigen Mitarbeitern sprechen. Sie wissen oft viel mehr als das, was man selbst aus einem ausgeklügelten Zahlenwerk herauslesen kann.“

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