Rokla GmbH, Langenburg

„Wer groß rauskommen will, kümmert sich auch um Kleinigkeiten“

Hämmern, Rammen, Sägen und Zerkleinern: Auf Baustellen geht es in der Regel nicht gerade leise zu. In der Folge sind die Menschen, die in der Nähe wohnen oder arbeiten, ob der Lautstärke oft genervt. Schon im Vorfeld suchen verantwortungsbewusste Bauverantwortliche deshalb nach Unternehmen, die den Lärmpegel möglichst niedrig halten und die Nerven der Nachbarschaft schonen.

„Unsere leisen Fräsen erfreuen sich deshalb großer Beliebtheit“, erklärt Robert Piasecki, der sich 2013 mit Klaus Volkert selbstständig gemacht hat. Beide waren damals im gleichen internationalen Konzern tätig. Piasecki leitete einen Bereich des Sondermaschinenbaus, während Volkert auf Finanzen spezialisiert war. Ihre Vision: Die Welt leiser und besser machen.

„Das Thema Nachhaltigkeit wird mittlerweile von vielen besetzt“, so Piasecki. „Wir aber leben das.“ Sie starteten mit vier Beschäftigten und boten eine Fräse an, mit der Materialien direkt auf der Baustelle zerkleinert werden konnten. Der Vorteil war nicht nur, dass der Einsatz lautstarker Hydraulikhämmer entfallen konnte. „Früher war es üblich, dass Materialien mit LKWs von der Baustelle zu Deponien verbracht, dort bearbeitet und dann wieder zurückgebracht wurden.“ Mit den Fräsen von Rokla wurde und wird dies vor Ort erledigt.

Beim Bau der eigenen Produktionshalle, die die Kapazitäten des Unternehmens verdreifacht hat, konnten sie diesen Effekt unmittelbar erleben: „Unsere Fräsen ersparten den Menschen im Ort und der Umwelt 400 LKW-Fahrten.“

Und so ist es überall dort, wo Kanäle, Rohrleitungen und Tunnel gebaut, Gebäude abgebrochen und saniert oder Oberflächen bearbeitet werden: Die Baustellen sind leiser und verursachen weniger Transporte und CO2-Abgase. „Der ökologische Fingerabdruck ist uns auch als Unternehmen sehr wichtig“, betont Piasecki. Dazu gehören eine Aufbereitungsanalage für Wasser genauso wie zwei Bienenstöcke auf dem Betriebsgelände oder das firmeneigene Elektrofahrzeug. Die aktuelle Corona-Pandemie nutzte Piasecki und baute eine Photovoltaikanlage aufs Dach. Ein wichtiges Ziel für das ganze Rokla-Team: Das Unternehmen soll CO2-neutral sein.

Die seit Monaten eingeschränkte Reisetätigkeit hat Piasecki etwas häuslicher werden lassen – eine für ihn ungewohnte Situation. „Seit der Gründung war ich nonstop international auf Reisen“, beschreibt er den Start ins Unternehmertum. Handelsbetriebe mussten besucht und persönlich von den Rokla-Produkten überzeugt werden. „Selbst der Urlaub mit der Familie war in den ersten Jahren stets mit Präsentationen bei Kunden und Händlern verbunden.“

Der Gründer besuchte rund 50 Messen weltweit pro Jahr. „Das Siegel ‚Made in Germany‘ hat uns zwar geholfen, aber ich musste viel Überzeugungsarbeit leisten.“ Was seine Frau Sabine dazu sagt? „Ich bin mit Leib und Seele dabei -  zu zweit schaffen wir das Dreifache!“ Innerhalb weniger Jahre waren die Ziele aus dem Businessplan übererfüllt. Doch für die beiden geht es immer weiter.

„Jeden Euro, den wir übrighaben, investieren wir in das Unternehmen“ betont Piasecki. Seine Devise: „Wer groß rauskommen will, kümmert sich auch um Kleinigkeiten.“ So hat das Unternehmen für die Beschäftigten vorsorglich einen Defibrillator angeschafft und Langenburg gleich noch einen dazu geschenkt. Nebenbei engagiert sich der 43-Jährige im Rotary-Club sowie im Senat der Wirtschaft.

Woraus er Kraft schöpft? Die Familie, so Piasecki, sei für ihn Erholung. Die gemeinsamen Spaziergänge an den Sonntagen mit seiner Frau, seinen Kindern und dem Hund sind ihm wichtig. Auch die Arbeit in der Halle ist für ihn ein Ausgleich von den vielen Reisen.

Sein Tipp für Gründungswillige: „Kleine Unternehmen sind wesentlich anpassungsfähiger und schneller als große.“ Wer eine gute Idee habe und diese mit Engagement verfolge, könne kaum scheitern. Was konkret dafür nötig ist, fasst Sabine Piasecki in einem Satz zusammen: „Mein Mann gibt immer 300 Prozent!“

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